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Geburtsbericht

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Geburt von Elena am 13.12.2018


Wir mussten über ein Jahr warten und mit Hormonen etwas nachhelfen, bis sich unsere Elena endlich durch einen positiven Schwangerschaftstest ankündigte. Da ich keine Lust auf eine Entbindung im Krankenhaus hatte, kontaktierte ich schon sehr früh das Geburtshaus und bekam glücklicherweise eine Zusage. Etwa 9 Monate später kam der errechnete Entbindungstermin … und verging, ohne dass sich die Geburt in irgendeiner Weise ankündigte. Zwei Tage später beim Kontrolltermin machte uns der Frauenarzt wenig Hoffnung: „Die schöpft ihre Zeit vermutlich aus“ und ich rechnete damit, dass wir bestimmt noch eine Woche warten müssen. Doch schon am nächsten Morgen um etwa 4 Uhr kam die erste Wehe.

Ich war mir erst nicht sicher, wie sich Wehen anfühlen, da ich bis dahin keine für mich als solche erkennbaren Übungs- oder Senkwehen hatte. Ich fing an, die Wehen, die nun etwa alle 8-10 Minuten kamen, in einer App zu tracken. Da sie noch nicht sehr stark waren, blieb ich einfach liegen und versuchte zwischendrin weiter zu schlafen. Um 8 Uhr weckte ich meinen Mann, um ihm zu sagen, dass ich nun Wehen hätte. Nach dem Aufstehen wurden sie stärker und etwas unregelmäßiger. Irgendwann musste ich mich bei jeder Wehe am Sofa abstützen und mich bewegen. Mein Mann wollte eigentlich noch zum Training gehen, da ich aber keine Ahnung hatte, ob das nun Geburts- oder Übungswehen waren, konnte ich nicht sagen, ob das eine gute Idee sei. Daher riefen wir Chris an. Mitten im Telefonat hatte ich eine weitere Wehe und konnte währenddessen schon nicht mehr so richtig reden. Sie riet uns noch zu duschen und wenn wir wollen, könnten wir danach vorbei kommen, dann prüfe sie mal die Lage und falls es noch nicht so weit sei, könnten wir nochmal nach hause fahren. Zum Glück kam mein Mann mit duschen, denn unter der Dusche wurden die Wehen häufiger und ich musste mich an ihm festhalten. Um 10:40 Uhr ging der Schleimpfropf ab und um 11 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Geburtshaus. Im Auto waren die Wehen schon echt heftig, da ich mich kein bisschen bewegen konnte.

Um 11:45 Uhr kamen wir im Geburtshaus an und Chris untersuchte mich. Um 12 Uhr war der Gebärmutterhals bereits weg und mein Muttermund 2-3 cm geöffnet. Da ich keine Lust auf noch eine Autofahrt hatte, blieben wir. Mein Mann kümmerte sich um das Zimmer, bezog das Bett und probierte nochmal den MaxiCosi aus. Ich musste mich bei jeder Wehe, die nun schmerzhafter wurden, an der Arbeitsplatte abstützen. Eigentlich wollten wir nochmal raus und spazieren gehen, da es im Zimmer ziemlich warm war, aber die Wehen waren schon zu schmerzhaft, außerdem musste ich mich übergeben. Chris meinte, dass mein Muttermund jetzt wohl bei etwa 4 cm wäre. Ich nahm nun ihren Vorschlag, in die Wanne zu gehen, dankbar an, denn manche Wehen waren schon so heftig, dass ich nicht wusste, wie ich sie verarbeiten sollte. Ein paar Wehen verbrachte ich auch im Vierfüßlerstand mit Druck aufs Steißbein, was ein wenig half.

Schließlich konnte ich in die Wanne und das Wasser war schön warm. Ich verbrachte einige Wehen in der Hocke nach vorne gebeugt, mein Mann saß hinter mir und unterstützte mich. Die Wehen waren nun so stark, dass ich nicht nur tönte, sondern auch schreien musste, was ich von mir überhaupt nicht kannte oder erwartet hätte. Chris bestätigte immer, dass ich das richtig mache und so ließ ich es zu. Die meiste Zeit hatte ich die Augen zu. Irgendwann hatte ich dann den Bedarf zu drücken was ich auch tat. Zuerst spürte ich noch keine Wirkung davon, aber bald merkte ich es und gegen Ende tat es wirklich weh. Zum Glück gibt es zwischen den Wehen immer wieder Pausen in denen ich kurz entspannen konnte. Bei einer Wehe macht es spürbar Plopp und die Fruchtblase platzte. Zwischendrin konnte ich auch das Köpfchen mit den Fingern ertasten. Am Ende tat es wirklich arg weh und ich dachte nur noch „Kann es nicht einfach vorbei sein?“. Chris sprach mir gut zu und meinte, ich müsse trotz des Schmerzes mich überwinden und mitschieben, und so flutschte um 14:24 Uhr plötzlich unser Baby ins Wasser, Ärmchen zur Seite gestreckt und guckte ganz erschrocken. Chris meinte, ich könne sie nun hochnehmen, doch ich brauchte noch einen kurzen Moment. Schließlich nahm ich sie zu mir auf den Bauch, da die Nabelschnur nicht weiter reichte. Die Kleine schrie und schrie, aber wir schauten sie einfach nur an.

Einige Zeit später fasste Chris dann die Nabelschnur und ich schob noch die Plazenta heraus. Elena durfte mit ihrem Papa rüber ins Zimmer zum kuscheln, während Chris mir half mich abzuduschen. Danach durfte ich zu meinen beiden Schätzen. Mein Mann hat dann noch die Nabelschnur durchtrennt. Danach zeigte uns Chris die Plazenta und prüfte, ob alles da war. Es gab sogar eine kleine Nebenplazenta. Bald danach habe ich die Kleine gestillt. Später wurde ich untersucht und Chris stellte erstaunt fest, dass ich keinerlei Risse hatte, lediglich zwei Schürfwunden wovon eine mit drei Stichen genäht wurde. Später untersuchte Chris Elena direkt neben uns. Gegen 17 Uhr durften wir dann nach hause und so verbrachten wir die erste Nacht kuschelnd und stillend im eigenen Bett.

Ich hätte nie gedacht, dass die Geburt gefühlt so schnell verlaufen würde. Während der Schwangerschaft hatte ich mir oft Sorgen vor den Schmerzen gemacht und ob alles problemlos ablaufen würde. Kurz vor der Geburt war ich jedoch nur noch gespannt, ich hatte mich mithilfe von Himbeerblättertee, Dammmassage und Zuckerverzicht ja gut vorbereitet. Im Geburtshaus hatte ich mich sehr wohl gefühlt und würde auch wieder dort entbinden.

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